Anna Moffey | I. Reen Bow

Ich trage meine Träume auf der Zunge.

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Ich brauche keine ToDo-Listen, ich besitze Oxi-Magie – die Lösung für alle Problemchen des Alltags.

Meiner Neugier habe ich zu verdanken, dass ich als Kind kopfüber in einen Putzeimer gefallen oder auf die Jagd nach Honig – nur mit einem Esslöffel bewaffnet – in ein Blumenbeet voller Bienen gestolpert bin. Die Wunden, die ich damals davongetragen habe, waren lächerlich klein, im Vergleich zu der Neugier, die ich bis heute noch mein eigen nennen darf. In Naturwissenschaften hat sie mich leider nicht weit gebracht, denn in den Fächern Chemie und Physik war ich eine Niete. Allerdings habe ich mir die Welt schon immer auf meine eigene Weise erklärt – besser gesagt, erdacht: Schon beim Puppenspielen wollte ich lieber magische Welten retten, statt Vater-Mutter-Kind zu spielen, so wie meine Freundinnen und Cousinen.

So kam es auch, dass ich bereits mit jungen Jahren, Bruchstücke aus meinen erdachten Geschichten aufschrieb. Damals habe ich auch nicht gedacht, dass mich das Schreiben irgendwann so faszinieren würde wie heute.
Wie mein Bruder und meine Eltern, habe ich in den grafischen Weg eingeschlagen und arbeite jetzt als Grafikdesignerin in einer Werbeagentur. Dort gestalte ich Flyer, jedoch keine Welten.

Mein Wunsch, Geschichten zu erzählen ist nach all den Jahren nie verloren gegangen und 2007 wurde ich durch zwei Freundinnen dazu inspiriert, einfach mit dem Schreiben loszulegen – beide schreiben sie gern und unterstützen mich, wann immer sie können.

Sie träumt, während sie atmet, sagen einige Freunde und vielleicht ist das ja auch so.

Vor gefühlt eintausend Jahren habe ich dieses Eigenschaftsbild erstellt und einiges stimmt noch so. Ich werde zum Vergleich bald ein aktuelles Bild in diesem Stil erstellen. Bin selbst gespannt.

Autorin in mir

Ich habe schon immer gern Geschichten ausgedacht, nur habe ich lange ein passendes Medium gesucht, sie zu erzählen. Mit Illustrationen, Fotomontagen und Gesang konnte ich stets nur einen Moment der Geschichte einfangen. 2007 entdeckte ich letztendlich das Schreiben für mich und gebe diese Leidenschaft nie wieder her.

Grafikerin in mir

Durch die künstlerischen Berufe meiner Eltern bin ich bereits im Kindesalter in die grafische Richtung abgetaucht und habe mich hauptberuflich für diesen Weg entschieden. Am liebsten illustriere ich, so kann ich die Welt um mich vergessen.

Meistgestellte Fragen

Wer bist du?

Ich komme aus der sächsischen Stadt Chemnitz. Unser Fluss ist winzig, die Bevölkerung sehr alt und es ist nicht so viel los. Aber wir haben den Kar-Marx-Kopf und die Band Kraftklub.
Ich mag die Stadt trotzdem, weil ich direkt neben einem Park wohne und an warmen Tagen mit meinem Schreibzeug einfach an den See gehen kann. Auch wenn Chemnitz ganz okay ist, habe ich vor, 2017 nach Leipzig zu ziehen.

Was hat es mit den Füchsen auf sich?

In der Nebelring-Reihe habe ich den Fuchs als Symbol für meine Protagonistin Zoe Craine gewählt und werde seitdem immer wieder mit dem Fuchs in Verbindung gebracht. Es sind eher die Leser, die mich zum kleinen Fuchs gemacht haben. Füchse sind so tolle Tiere und da passt es ganz gut, dass ich als Anna Moffey ein fuchsiges Maskottchen habe. I. Reen hat noch kein Maskottchen, aber ich denke zu einem Phönix werde ich nicht. Wäre auch verwirrend, wenn ich tausend Identitäten hätte 😀

Unter welchen Pseudonymen schreibst du?

Im Moment sind es nur die zwei: Anna Moffey und I. Reen Bow. Ich plane aber auch Geschichten in einem anderen Genre zu schreiben, da kann ich keines der beiden Namen verwenden. Wann genau das aber der Fall sein wird, weiß ich selbst noch nicht.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Geschichten habe ich schon immer erfunden und sie in meiner Fantasie durchgespielt. Früher ging es mir aber nicht um das Veröffentlichen, sondern nur um die Faszination der Fantasie. Viele meiner Geschichten habe ich versucht, bildlich festzuhalten, aber es war zu aufwendig, wirklich jeden noch so kleinen Gedanken künstlerisch aufs Papier zu bringen. Irgendwann habe ich Fortsetzungsgeschichten per Mail und ICQ gespielt und habe Schreibroutine bekommen. Ich war regelrecht süchtig nach Geschichten und Lesen allein hat mir da nicht mehr gereicht, ich brauchte meine eigene Fantasie. Ein paar meiner Freundinnen haben geschrieben und ich dachte mir, das will ich auch und habe es bis zur Veröffentlichung und darüber hinaus durchgezogen.

In welchem Genre schreibst du?

Fantasy war schon immer mein Lieblingsgenre, ich habe es gerne gelesen, Animes in dieser Richtung gesehen, Mangas durchgeblättert und auch Fantasy-Spiele gespielt. Dabei haben mich immer die Geschichten fasziniert, die besonders waren, die so eine verrückte Genredurchmischung hatten, dass man sie nicht richtig kategorisieren konnte. So ist es mit meinen Büchern heute auch. Ich scheue keine noch so verrückte Kombination und die Leser scheinen das bei mir besonders zu mögen.
Ich möchte aber zum Beispiel kein High-Fantasy schreiben, das ist ein Genre, in das ich mich nicht wirklich hineinfühlen kann.

Wie fühlst du dich beim Schreiben?

Dass ich beim Schreiben lustiger oder trauriger Szenen direkt mitfühle, kommt selten vor, weil ich nach einer total verrückten Struktur schreibe und die ermöglicht mir, von einer lustigen in eine traurige Szene und wieder zurückzuhüpfen – keine Zeit zum Traurigsein. Wenn das Manuskript aber fertig ist und ich es erneut lese, heule ich und verfluche mich, weil ich wieder fies zu meinen Figuren war.

Hast du bestimmte Rituale beim Schreiben?

Nein, gar nicht. Ich bin kein Mensch, der Kerzen anzündet, ich brauche auch keine romantische Atmosphäre. Meine Katzen lassen es auch nicht zu, ich habe es mal probiert und fand es eher albern. Musik höre ich zu jeder Tageszeit, auch zum Einschlafen, da ist es kein Ritual für mich, dass ich beim Schreiben ebenfalls Musik höre.
Das einzige Ritual, das ich wirklich cool finde, habe ich mir mit der Zeit antrainiert: Noch vor dem Frühstück schreibe ich los und tippe bis Mittag und beginne erst dann mit den anderen Aufgaben. Es hat aber sehr lange gedauert, bis ich diese Gewohnheit in meinen Alltag integriert habe.

Wo findest du die Ideen für deine Bücher?

Das ist wohl die meistgestellte Frage und für mich nicht so einfach zu beantworten. Ich habe schon immer fantasiert, bzw. habe ich damit nie aufgehört. Ich kenne das nicht anders. Aber ich werde auf meinem Blog einen Beitrag zur Inspirationsquellen veröffentlichen, in dem ich genauer auf die einzelnen Methoden, die ich nutze, eingehe.
Es ist wichtig, dass man die Ideen nicht nur hat, sondern sie auch direkt in die Geschichte einwebt. Am Anfang habe ich versucht, einfach jede Idee mit in die Story zu nehmen, aber das ist Quatsch, dadurch wirkt das Buch dann zu überladen. Wenn man aber eine Idee nicht loslassen will, dann findet man auch einen guten Weg, sie nicht wegwerfen zu müssen. Entweder wird es ein großer Teil des nächsten Buches oder man plottet ein bisschen neu.
Leichter ist es natürlich, gezielt nach Ideen zu suchen, die die Geschichte von Punkt A nach Punkt B bringt, da muss man nicht andauernd die Struktur umwerfen.

Wenn dir die Ideen kommen, notierst du sie sofort?

Das ist der Tipp, den ich wirklich oft lese. Aber nein, ich habe zwar überall ein Notizbuch gebunkert, aber die sind meistens leer. Wenn mir eine Idee kommt und ich gerade ein Zettel irgendwo habe, dann schreibe ich sie auf. Meist kombiniere ich die aufkommenden Ideen so mit meiner Geschichte und plane sie gedanklich weiter, bis sie sich so eingebrannt haben, dass ich sie nicht vergessen kann.
Früher habe ich Nächte zugebracht, jeden Plot bunny aufs Papier zu bringen (Plot bunny ist eine Idee, die in einem herumhoppelt, bis man sie umgesetzt hat). Das hat mich viel Schlaf und Nerven gekostet. Heute lasse ich sie hoppeln, träume vor dem Schlafengehen noch herum und lasse die Idee dann los. Meine Schublade mit Ideen quillt über, da genieße ich es auch mal zu fantasieren, ohne an ein mögliches Buch zu denken.

Hast du eine Muse?

Musen sind launische Biester, man sollte sich einfach keine anlächeln. Schreiben gehört für mich nicht nur zur Leidenschaft, sondern auch zu meinem Handwerk. Ein Zahnarzt wartet auch nicht auf Inspiration, damit er eine Wurzel behandeln kann. Musen sind schon ein schickes Bildnis für Kreativität, aber ich glaube weder an diese Halbgottheiten noch an die Schreibblockade. Wer eine Schreibblockade hat, hat in Wirklichkeit ein anderes Problem und das gilt es zu ergründen. Oft stimmt etwas mit dem Plot nicht oder man hat Angst, das Buch zu beenden oder man will in Wirklichkeit lieber etwas anderes machen und nicht schreiben – Grüne gibt es dafür sehr viele und es ist der falsche Weg, alles auf die blöde Muse zu schieben.

Orientierst du dich bei der Charaktererstellung an dein Umfeld?

Ich habe das mal probiert, aber es gibt in meiner Umgebung niemanden, der in meiner Geschichte gut wegkommen würde. Viele sind auch nicht heldenhaft oder durchtrieben genug. Aber ein paar Eigenschaften nehme ich doch gelegentlich ganz gerne, aber das eher sehr, sehr selten. Ich liebe es, Namen meiner Freunde in die Romane einfließen zu lassen, auch wenn es meist eine ganz andere Person daraus wird. Das macht nichts, sie freuen sich trotzdem.

Schreibst du nur Mehrteiler?

Das ist nur ein Zufall, dass ich erst eine Reihe, dann eine Serie begonnen habe. Ich will irgendwann mal auch ein Einzelbuch schreiben, so richtig mit Anfang, Mittelteil und Schluss, ganz ohne böse Cliffhanger. Ich liebe es, Reihen und Serien zu schreiben, aber der Wunsch nach einer kleinen Sache, die mit einem Band abgeschlossen ist, danach sehne ich mich doch ein wenig. Ich glaube, nach Nebelring werde ich vor der nächsten Reihe einen Einzelroman einschieben, das sollte ich mir wirklich mal gönnen.

Wie lange hast du an deinem allerersten Roman gearbeitet?

An meinem ersten Roman schrieb ich über 7 Jahre lang und während dieser Zeit hat sich die Geschichte extrem verändert, praktisch nichts ist aus dem ursprünglichen Plot übriggeblieben. Es hat so lange gedauert, weil ich beim Schreibprozess vieles lernen musste und mit jedem neuen Schreibratgeber, den ich durchgelesen habe, musste natürlich der gesamte Plot umgeworfen werden. Ich glaube, es gibt 5 verschiedene Skripte von Nebelring – Das Lied vom Oxean. Das passiert mir heute zum Glück nicht mehr, ich plane so, dass es funktioniert, dann komm ich auch nicht in Bredouille.

Bist du aufgeregt, wenn du ein Buch veröffentlichst?

Lustigerweise bin ich weniger aufgeregt, als ich sein sollte. Aber am Veröffentlichungsdatum ist immer irgendetwas los, das mich ablenkt. Vielleicht ist es auch gut so, ich will meine Zeit sinnvoll nutzen und nicht andauernd checken, ob mein Buch sich schon verkauft hat, das würde mich eher wahnsinnig machen und nicht nervös 😀 Inzwischen lege ich meine Termine auch auf die Veröffentlichungstage, einfach um meine Tradition des Beschäftigtseins fortzuführen.

Was ist sonst noch von dir geplant?

Da ich jetzt offiziell hauptberuflich Autorin bin, werde ich eine ganze Menge schreiben. Über aktuelle Projekte halte ich euch dann hier auf dem Autorenblog auf dem Laufenden. Es sind auf jeden Fall sehr viele verrückte Sachen geplant, die euch hoffentlich gefallen werden.

Was sind die schönsten Sachen aus deinem Autorenleben?

Dass ich den ganzen Tag herumfantasieren kann und dass ich neue Dinge über Marketing oder Persönlichkeitsentwicklung lerne. Ich mag auch meine Autorenkolleginnen von den Silberfedern, ich kann mich so gut mit ihnen unterhalten. Und natürlich die Leser, die einem nach einer Stunde nach der Buchveröffentlichung schon schreiben, wann denn der nächste Teil rauskommt, das bringt mich immer zum Lächeln.

Hast du ein Vorbild?

In erster Linie ist es J. K. Rowling. Doch meine Vorbilder sind nicht alle berühmt, auch kann ich die vielen Namen nicht benennen, es sind einfach so viele. Jeder Mensch kann auf seine Weise ein Vorbild sein und jeder sollte es auch sein. Meine Vorbilder sind der anregende Antrieb für meine Träume – und ich höre nie auf zu träumen, also werde ich auch immer Vorbilder haben.

Bist du oft auf Buchmessen?

Buchmessen sind die Festivals der Literaturwelt und da ich eine leidenschaftliche Festivalbesucherin bin, bin ich auch auf Messen vertreten. Viele fragen mich, ob ich da ausstelle. Ich wüsste nicht, warum ich mich die vielen Tage nicht vom Fleck wegbewegen soll. Ich bin natürlich die ganze Zeit unterwegs und entdecke das Neueste aus der Autoren- und Buchwelt. Ich liebe es einfach, mich mit meinen Kollegen und den lieben Lesern zu unterhalten. Wenn es mir möglich ist, nehme ich alle Buchmessen mit.

Welche Hobbys hast du neben dem Schreiben?

Das ist ein wirklich leidiges Thema bei mir. Ich habe viele Dinge aufgegeben, um mich mehr auf das Schreiben zu konzentrieren, aber gelegentlich lasse ich diese Verbote fallen und genieße jede Sekunde mit meinen anderen Beschäftigungen. Zu einem bin ich ein großer Final Fantasy Fan, ich könnte die Spiele ununterbrochen spielen, aber weil sie so viel Zeit fressen, begnüge ich mich inzwischen nur noch mit den Soundtracks und wenn ich wirklich, wirklich, wirklich Lust habe, die Spiele zu spielen, dann gönne ich es mir. Was ich noch aufgegeben habe, ist das Singen. Ich stand ein paar mal mit einer Band auf der Bühne, das hat Spaß gemacht, aber ich vermisse es nicht wirklich, ich singe ja den ganzen Tag zu Hause. Meine Katzen sind meine größten Fans und meine fiesesten Kritiker, was will ich mehr? Musik ist mir schon immer sehr wichtig gewesen, ich habe das Gefühl, die Erde dreht sich nicht weiter, wenn ich meine Musik mal ausschalte, da komme ich mir vor, als wäre die Welt viel zu laut oder zu leise. Musik ist wie Atmen für mich. Ich entdecke jede Woche eine neue Musikrichtung, das ist der Wahnsinn, wie viele verschiedene Stile es auf der Welt gibt und da gibt es wirklich Leute, die fragen, woher ich meine Ideen finde? Was ist mit dem Rest der Welt, wo finden sie ihre Ideen? Inspiration ist einfach überall, man muss sich nur auf sie einlassen.
Meine nächste große Leidenschaft ist die Kunst. Ich stehe total auf Digital-Art und zeichne selbst gerne mit meinem Grafiktablet. Aber weil das immer so lange dauert, schiebe ich oft Fotomontagen dazwischen. In meiner Zeit als Buchcoverdesignerin habe ich täglich mehrere Fotomontagen erstellt und ich versuche sie immer sehr magisch zu gestalten, ihr kennt ja meine Buchcover, sie sind alle aus meiner Werkstatt.

Wer bis hierher das gesamte Interview gelesen hat, bei dem bedanke ich mich recht herzlich. Solltet ihr weitere Fragen haben, dann stellt sie mir einfach 🙂