Ein Buch besteht nicht nur aus einer wundervollen Geschichte, die uns Nächte durchmachen lässt, sondern auch aus der Kleidung, die die Story trägt. Als Grafikdesignerin von Bookdresses habe ich die Bücher anderer Autoren eingekleidet und möchte euch bei der Gestaltung meines Nebelring-Covers hinter die Kulissen mitnehmen.

Video Cover-Making-of

Video Schmuck-Illustration

Fuchs

Die Anfangsposition des Fuchses hat mir nicht gefallen, ich habe während des Gestaltens tausendfach nachkorrigiert, bis ich den Kleinen einfach gespiegelt und dadurch eine kompaktere Komposition erreicht habe.
Der Fuchs war mir definitiv zu dunkel und zu „schmutzig“, das habe ich während der Gestaltung nachgebessert. Doch zuvor musste ich eine kleine Ewigkeit die Haare des Fuchses nachzeichnen. Einerseits liebe ich diesen Schritt, andererseits ist die Arbeit undankbar, denn am Ende sehen die Leute nur auf die Augen der Protagonistin Zoe Craine, die mich gerade mal 5 Minuten Zeit gekostet haben. Ich hätte das Fuchsfell auch faul auslaufen lassen können, aber ich brauchte meinen Oxean unbedingt flauschig und selbstverständlich wollte ich meine Arbeit nicht schlampig ausführen 🙂

Skizze

Zu Beginn muss natürlich eine außerordentlich großartige Skizze her 🙂 Ganz wichtig dabei ist, dass die Komposition schon mal in etwa stimmt, denn später muss man alle bearbeiteten Ebenen in Photoshop anpassen und das ist etwas mühselig. Wer das Endcover hiermit vergleicht, sieht, dass der Fuchs zuvor in eine ganz andere Richtung geschaut hat, was mir einfach nicht gefallen hat.

Haare

„Was, die hast du gezeichnet?“, wurde ich oft gefragt. Ja klar! Das ist doch das Schönste am Fantasy-Cover: Man kann sich endlich mal kreativ austoben und die Figur so gestalten, wie man es möchte. In allen drei Covern der Nebelring-Reihe habe ich die Haare gezeichnet. Dabei benutze ich eine Vielzahl aus verschiedenen Pinselkombinationen, um sie natürlicher wirken zu lassen. Dabei gehe ich wie bei vielen meinen Illustrationen von dunklen, großen Flächen zu hellen Highlights.

Hintergrund

Beim Hintergrund habe ich mich wieder dezent gehalten, weil der Nebel und die Struktur, die später auf das Cover kommen, sowieso das Meiste verdecken. Zudem wollte ich Zoes Augen und das Schmuckstück auf ihrem Kopf in den Mittelpunkt rücken und da sollte der Hintergrund lieber im Hintergrund bleiben.

Augen

Bei dem Model hatte ich echt Glück, die Augen sind zwar nicht blau, aber sie haben eine coole Tiefe, die gleichzeitig cremig aussieht. Für Zoes Augen ist es die perfekte Ausgangsfarbe, denn dadurch konnte ich sie ohne viel Aufwand so strahlend und doch tiefblau färben. Hätte das Model hellblaue Augen, hätte ich sogar deutlich mehr Aufwand gehabt, verrückt, was?

Nebelring

Dieses Element habe ich schon mit dem ersten Roman gestaltet und kopiere es von Band zu Band, um einen Wiedererkennungseffekt zu gewährleisten. Das ist das Symbol der Organisation Nebelring und dadurch super wichtig für die Story und natürlich auch für das Cover. Zoes Haare wickle ich immer um den Nebelring, weil die Schicksale so eng miteinander verbunden sind.

Sommersprossen

Was natürlich aussieht, war vorher nicht da. Ich hatte das Sommersprossen-Zeichnen über Jahre perfektioniert. Auf meiner ersten Fotomontage haben sie noch etwas fremd gewirkt. Es ist für mich viel einfacher, ein beliebiges Model für mich selbst umzugestalten, wie ich es möchte, als Stunden lang nach einem passenden zu suchen und frustriert Kompromisse einzugehen. Zoe Craine hat im Buch Sommersprossen und blaue Augen, also musste wieder Photoshop ran 🙂

Schmuck

Das ist wohl das aufwendigste Element auf dem Cover. Hierfür habe ich extra eine Illustration angefertigt, die mich 40 Stunden gekostet hat. Das Aussehen der Kette war mir verdammt wichtig, denn diese spielt in der Buchreihe eine große Rolle und sie ist so besonders, dass ich ihr meine gesamte Aufmerksamkeit zuteil kommen lassen MUSSTE! Die Kette heißt übrigens »Tanzende Frau« und wieso sie so besonders ist, könnt ihr im ersten oder dritten Teil (ab 26.02.2017) meiner Nebelring-Reihe nachlesen.

Hier seht ihr alle bisherigen Buchcover nebeneinander. Die Reihe endet mit dem vierten Roman, es handelt sich also um eine Tetralogie und nicht wie viele vermuten um eine Trilogie. 

Nebel/Struktur

So wie bei dem Nebelring habe ich den Nebel schon im ersten Roman angelegt und musste diesen nur an das neue Cover anpassen. Das gilt auch für die Struktur. Da ändert sich nichts. Das ist auch sehr wichtig, denn die Cover sollen zusammengehörig aussehen.

Schrift

Ich hatte ewig überlegt, welche Schrift ich wähle, es ist schließlich eine magische Geschichte mit SciFi-Elementen. Allerdings bin ich mit meiner Wahl nicht mehr glücklich, muss die Cover aber so weiterführen, damit sich das Gesamtbild nicht unterscheidet. Inzwischen habe ich eine so große Schriftensammlung, auf die ich bei meinen anderen Geschichten liebend gern zurückgreifen werde.

Schatten

Natürlich dürfen sie in einer Fotomontage nicht fehlen, denn sie vereinen Bildelemente miteinander, damit es nicht nach einer billigen Collage aussieht. Schatten sind übrigens in der Natur nie schwarz, da ist immer etwas Farbe dabei.

Augenbrauen

Was habe ich da gekämpft! Das war aber eher ein innerer Kampf in meinem Kopf. Ich wollte das Cover modern halten und da wären die Augenbrauen dunkel, groß und braun gewesen. Allerdings hat Zoe Craine im Buch einen natürlichen Rotschopf und kann unmöglich dunkle Augenbrauen haben. Also habe ich hier mehrfach hin- und hergeswitcht zwischen modernen und natürlichen Augenbrauen. Es sind jetzt die Natürlichen geworden.

Farben

Ich bin dafür bekannt, dass ich keine Farbe bevorzuge, aber ich habe etappenweise eine Lieblingsfarbe und im Moment ist es dieser Türkiston. Rein zufällig ist es auch gerade eine Trendfarbe und ich kann glücklicherweise Becher und Deko in diesem Ton überall kaufen. Und natürlich musste ich sie in das Cover nehmen, weil es einfach nur perfekt mit dem rotblonden Haar aussieht. Das vierte Cover wird eventuell einen pastellfarbenen Violettton annehmen, aber da bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher.

Atmosphäre

So wie der Schatten müssen alle Bildelemente in eine einheitliche Atmosphäre gebracht werden. Dazu habe ich die Helligkeitsverhältnisse, den Kontrast und die Farbbalance angeglichen. Wenn dieser Schritt fehlt, gibt es keine Einheit im Bild.

Arbeitszeit

Die Ketten-Illustration hat 40 Stunden gedauert und das Cover zusätzlich noch 20 weitere Stunden. Insgesamt also 60 Stunden Arbeitszeit.

Kaffee-Verbrauch

Vermutlich so 15 bis 25 große Tassen Kaffee mit Hafermilch, Sojamilch schmeckt mir im Moment gar nicht.

Programme

Für die Schmuck-Illustration habe ich Adobe Illustrator CC genutzt, für die Fotomontage Adobe Photoshop CC, für den Cover-Satz Adobe InDesign CC und für den Videoschnitt Adobe Premiere Pro CC.

Musik

Ich LIEBE Musik und natürlich liefen während der Cover-Gestaltung von Nebelring 3 eine ganze Menge Songs. Ich möchte euch sehr gerne meine musikalische Welt zeigen. Sie ist einfach total verrückt und für viele sicher nicht nachvollziehbar, aber ich liebe es genau so 🙂

Schlafpegel

Meistens gestalte ich solche großen Projekte in der Nacht, da kann ich mich dem Flow hingeben und ungestört arbeiten, während die Welt um mich herum schläft. Das ist beruhigend, hat aber zur Folge, dass ich am Tag darauf übermüdet bin. Kreativität bedeutet bei mir gleichzeitig Schlafmangel.

Klappentext

Es gibt Erinnerungen, die der Ewigkeit ebenbürtig sind. Sie vergehen nie.
Auf der Suche nach der Wahrheit über die rätselhafte Malweesubstanz begegnet Zoe zwei reisenden Beschwörerinnen, die das große Geheimnis zu verbergen scheinen. Das Schmuckstück, das eine der Frauen bei sich trägt, und die entscheidende Antwort kennt, zieht es allerdings vor, diese um jeden Preis weiterzugeben. Wie ein Parasit kettet es sich auf magische Art an Zoe und entführt sie in die Schatten der Vergangenheit, die entsetzliche Geschichten der Alten Welt offenlegen.

Release-Party Silbermagie und Sternenfüchse

Verpasse auf keinen Fall das Facebook-Event mit coolen Aktionen rund um Nebelring und ihre Charaktere.

Erscheint

am 26. Februar 2017

Ich hoffe, ihr hattet ganz viel Spaß hinter den Kulissen einer Buchcoverdesignerin und Autorin. Wie ihr seht, der Gestaltungsprozess ist intensiv, aufwendig und macht mir immer eine ganze Menge Spaß. Ich habe schon Cover für die nächsten Geschichten im Kopf, dabei sind sie noch nicht geschrieben. Ich gestalte sie dennoch nicht, weil ich sie vielleicht in den nächsten Jahren nicht mehr mag. Ich schreibe lieber die Geschichte zuerst, dann schneidere ich das Buchkleid.
Danke, dass ihr zugeschaut und mitgelesen habt, es war mir eine Freude, einen intensiven Einblick in meine Grafikerwelt zu geben.

Eure I. Reen Bow